Kammermusik-Abende 2018/2019

Die Konzerte beginnen um 20.00 Uhr in der Aula des Sekundarschulhauses Langnau und dauern bis etwa 21.45 Uhr
 

Donnerstag, 01. November 2018

Norea Trio

Hyunjong Reents-Kang, Violine
Eva Lüthi, Violoncello
Petya Mihneva, Klavierdd

Joseph Haydn (1732–1809)

Klaviertrio e-Moll Hob. XV:12
Allegro moderato – Andante – Rondo. Presto

Paul Juon (1872–1940)

Suite für Klavier, Violine und Violoncello op. 89
Moderato – Giocoso – Andantino – Allegretto – Allegro giusto

Felix Mendelssohn (1809–1847)

Trio Nr. 2 c-Moll op. 66
Allegro energico e con fuoco – Andante espressivo – Scherzo. Molto allegro quasi presto –
Finale. Allegro appassionato

Das Norea Trio war bereits 2010 an unseren Kammermusik-Abenden zu Gast und brillierte 2016 im Jubiläumskonzert des Langnauer Orchesters mit Beethovens Tripel-Konzert. Die aus Südkorea, Bern und Bulgarien stammenden Musikerinnen spielen schon fast zwanzig Jahre zusammen. Eröffnet wird der Konzertabend von Joseph Haydns Trio in e-Moll, welches den damals neusten Wiener Hammerklavieren auf den Leib geschrieben ist. So steht der Klavierpart gegenüber den Streichern im Vordergrund. Das für Haydn ungewöhnlich melancholische Trio endet erst im Schluss-Satz in unbeschwerter Fröhlichkeit.

Paul Juon dürfte den wenigsten bekannt sein. 2012 erklang allerdings ein Divertimento für Bläser bei uns an den Kammermusik-Abenden. Der in Moskau geborene Komponist der Spätromantik war Musikprofessor in Berlin und verbrachte die letzten Lebensjahre in Vevey. In seinen Werken verwendet er oft russische oder auch nordische Themen.

Felix Mendelssohns Klaviertrio in c-Moll steht immer noch im Schatten seines berühmten d-Moll-Trios, ist aber nicht minder interessant. Einem hoch kontrastvollen ersten Satz folgt im Andante ein «Lied ohne Worte». Die Spukszene im dritten Satz erinnert an den Sommernachtstraum, und im Finale offenbart sich der Choral «Vor Deinen Thron tret ich hiermit».

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Gambe und Hammerklavier

Rebeka Rusó, Viola da Gamba
Sebastian Wienand, Hammerklavier

Carl Friedrich Abel (1723–1787)

Sonate B-Dur A2:71 für Viola da Gamba und B.c.
Moderato – Adagio – Tempo di Minuetto

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)


Sonate g-Moll für Viola da Gamba und
Fortepiano obligato WQ 88: Allegro Moderato – Larghetto – Allegro assai

Carl Philipp Emanuel Bach

Preussische Sonate Nr. 2 B-Dur Wq 48: Vivace – Adagio – Allegro assai

Carl Friedrich Abel

Sonate g-Moll A2:56A für Viola da Gamba und B.c.
Allegro – Adagio – Tempo di Minuetto

Carl Philipp Emanuel Bach

Sonate C-Dur für Viola da Gamba und B.c. Wq 136
Andante – Allegretto – Arioso

Carl Friedrich Abel

Aus: «27 Stücke für die Gambe solo»: (Ohne Satzbezeichnung) WK 187 – Vivace WK 190

Carl Friedrich Abel

Sonate G-Dur A2:72 für Viola da Gamba und B.c.: Moderato – Adagio – Rondeau

Die Musik zwischen Barock und Klassik steht in einem grossen Spannungsbereich. «Empfindsam» wird sie genannt, aber auch voller «Sturm und Drang». Der Klang der Gambe galt als zart, nuanciert und gefühlvoll.  Das Hammerklavier teilte die Eigenschaften des Clavichords, laut und leise, differenziert, quasi mit Licht und Schatten zu spielen, wies aber die viel grössere dynamische Bandbreite auf. Carl Friedrich Abel war einer der letzten grossen Gambenvirtuosen. Er lebte in London, wo er mit Johann Christian Bach die berühmten Bach-Abel-Konzerte gab – die ersten Abonnementskonzerte der englischen Geschichte! Carl Philipp Emanuel Bach, zweitältester Sohn von Johann Sebastian, zählte zu den besten Tastenspielern seiner Zeit. Von seiner Virtuosität werden wir in der Preussischen Sonate eine Ahnung bekommen. Sebastian Wienand, u.a. musikalischer Assistent von René Jacobs, ist uns vom letzten Konzert im Mai bekannt. Rebeka Rusó studierte bei W. Kuijken in Brüssel und bei P. Pandolfo an der Schola Cantorum Basiliensis, wo sie heute auch unterrichtet. Das Musikerduo hat 2011 Werke von Abel und C.P.E. Bach auf CD aufgenommen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Liederabend: Von Moskau nach Paris

Deborah Leonetti, Sopran
Matthias Roth, Klavier

Sergej Rachmaninov (1873–1943)

Ya zhdu tebya (Ich warte auf Dich) – Ne poy, krasavitsa, pri mne (O sing, du Schöne, sing mir nicht) – Utro (Morgen)

Karol Szymanowski (1882–1937)

Czasem gdy długo na półsennie marz˛e (Ich sitz im Traum versunken)

Antonín Dvorák (1841–1904)

Dobrú noc (Gute Nacht, du, mein Lieb, gute Nacht)
Mˇesíˇcku na nebi hlubokém (Lied an den Mond)

Hugo Wolf (1860–1903)

Kennst du das Land – Wie lange schon war immer mein Verlangen – Du denkst, mit einem Fädchen mich zu fangen

Friedrich Hollaender (1896–1976)

Ich weiss nicht, zu wem ich gehöre

Hugo Wolf

Ich hab in Penna einen Liebsten wohnen

Oscar Straus (1870–1954)

Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?

Kurt Weill (1900–1950)

Barbarasong «Der Song vom Nein und Ja» (aus der Dreigroschenoper)

Gabriel Fauré (1845–1924)

Fleur jetée – Après un rêve

Francis Poulenc (1899–1963)

Les Chemins de l’amour – Air vif – Voyage à Paris

Édith Piaf (1915–1963)

Non, je ne regrette rien (von Charles Dumont) – Sous le Ciel de Paris (von Hubert Giraud

Die aus Zürich stammende Sängerin Deborah Leonetti und der im Toggenburg geborene Pianist Matthias Roth verbindet das einstige gemeinsame Studium an der Zürcher Hochschule der Künste. Deborah Leonetti singt an Opern- und Konzerthäusern in Italien, Deutschland, Frankreich, Portugal, Russland und Kanada. In der Schweiz war sie u.a. am Theater Basel engagiert. Matthias Roth bestreitet seine Konzerttätigkeit als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter. Seine Beschäftigung mit der Klaviermusik um 1900 führte zu seiner ersten Solo-CD bei GENUIN classics.
Die beiden mit Preisen und Auszeichnungen gekrönten Musiker haben eine Liederreise mit folgenden Stationen zusammengestellt: Moskau (Rachmaninov) – Warschau (Szymanowski) – Prag (Dvorák) – Wien (Wolf/Straus) – Berlin (Weill/Hollaender) – Paris (Fauré/Poulenc/Piaf). Es erwartet uns ein stilistisch vielfältiges Programm, welches von thematischen Fäden durchwoben und zusammengehalten ist.)

Donnerstag, 14. März 2019

Windbläss-Musig

Markus Meier, historische Holzblasinstrumente
Darina Spinnler-Baumann, Geige
Res Reber, Kontrabass
Wolfgang Sieber, Hausorgel
 
Orgelpositiv von Christian Gfeller

Oper im Knopfloch: Programm nach Ansage

Opern sind in aller Regel pompöse Ereignisse, die mit viel personellem und finanziellem Aufwand verbunden sind – nur schon die Gagen von hochdotierten Sängerinnen und Sängern lassen die Budgets in die Höhe schnellen! Dementsprechend saftig waren und sind die Eintrittspreise zu solchen Verlustierungen. Nicht jedermann konnte sich solches leisten, was dazu führte, dass die populären Melodien ins Kleinformat redimensioniert wurden und sie sich sozusagen ins Knopfloch stecken liessen. Windbläss möchte sich die Opernmusik nicht unbedingt ins Knopfloch stecken, aber immerhin in «kammermusikalische Handlichkeit» transkribieren.

Die musizierenden Vorstandsmitglieder von Windbläss – Verein Toggenburger Hausorgel formieren sich regelmässig zur Windbläss-Musig. Im Zentrum des Ensembles steht natürlich die Orgel – wenn immer möglich die Hausorgel –, traktiert von Wolfgang Sieber. Darum herum wird gestrichen und gepfiffen: Darina Spinnler-Baumann auf der Geige und Markus Meier mit allerhand Gebläse; Blockflöten, Gemshörner und Schalmei erinnern heute höchstens noch als Orgelregister an ihre Wurzeln – in der Windbläss-Musig werden diese weitgehend ausgestorbenen Instrumente in ihrer Ursprünglichkeit wieder hör- und erlebbar. Für den musikalischen Boden ist Res Reber mit dem Kontrabass besorgt.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Ensemble Pyramide

Markus Brönnimann, Flöte
Barbara Tillmann, Oboe
Ulrike Jacoby, Violine
Muriel Schweizer, Viola
Anita Jehli, Violoncello
Marie Trottmann, Harfe

 

Joseph Haydn (1732–1809)

Notturno Nr. 1 C-Dur Hob. II:25
Flöte, Oboe, Violine, Viola und Violoncello. Instrumentation: Markus Brönnimann
Marcia – Allegro – Adagio – Finale: Presto

Joseph Jongen (1873–1953)

Concert à cinq op. 71
Flöte, Violine, Viola, Violoncello und Harfe
Décidé – Calme – Très décidé

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

Quartett F-Dur KV 370
Oboe, Violine, Viola und Violoncello
Allegro – Adagio – Rondo

Maurice Ravel (1857–1937)

Le tombeau de Couperin
Flöte, Oboe, Violine, Viola, Violoncello und Harfe. Instrumentation: Markus Brönnimann
Prélude – Fugue – Forlane – Menuet – Rigaudon

Das 1991 in Zürich gegründete Ensemble Pyramide zeigt in seinen Konzertprogrammen gerne überraschende musikalische Zusammenhänge auf, indem es Alte und Neue Musik einander gegenüberstellt. Es erarbeitete sich ein besonderes Repertoire, zu dem neben den Quartetten und Quintetten der Klassik die französische Kammermusik mit Harfe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört. Durch das jahrelange Zusammenspiel in der gleichen Formation entstanden ein unverwechselbarer Ensembleklang und eine besondere stilistische Flexibilität im Umgang mit Musik vom Barock bis zum 21. Jahrhundert. Das Ensemble hat bisher sieben CDs eingespielt, veranstaltet eine eigene Konzertreihe in Zürich und wurde
2006 mit dem «Werkjahr für Interpretation» von der Stadt Zürich ausgezeichnet.
Im heutigen Konzert werden zwei Werke der Wiener Klassik zwei französischen Komponisten gegenübergestellt. Wir sind gespannt auf die Instrumentation von Haydns Notturno (original für 2 Lyren, 2 Hörner, 2 Klarinetten, 2 Violas und Cello) sowie auf den konzentrierten Orchesterklang von Ravels berühmten Tombeau de Couperin. Beim Belgier Joseph Jongen freuen wir uns auf eine Sprache zwischen Impressionismus, Spätromantik und Moderne. Mozarts Oboenquartett ergänzt als eine Perle der Kammermusik das Programm.